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Alles Grogi
Text: Christoph Malin
Warum weniger anstatt mehr?
„Aus heutiger Sicht“, sagt Georgy, „war es eine sehr bewusst getroffene Entscheidung meinen Lebensmittelpunkt nach Innsbruck zu verlegen.“ Während sporadischer Gastaufenthalte in Tirols Bergen hatte er Blut geleckt. „Warum weniger anstatt mehr?“ ging ihm nach seinem Studium ständig durch den Kopf und er lehnte Jobangebote in Linz und Wien ab. Seine Leidenschaft trieb ihn nach Innsbruck. „Und dann ging alles wie von selbst.“ Den Wahnsinns-Job als Bauleiter bekam er eher durch Zufall. Freundin Doris verließ Kärnten und zog mit Georgy in die neue Wohnung. Ob alles Glück war, oder das Schicksal dem Entschiedenen die Hand reicht, sei dahin gestellt. Fest steht – Georgy lebt seinen Traum.
Gemeinsam mit Picco, Rössi und Paul formt er die „Speerspitze“ der Vertrider und prägt seither deren Geschicke mit. Die Leibspeise dieser kleinen Splittergruppe stellt neben perlenden Getränken und extremen Hochalpinen Touren das Befahren von technisch möglichst schwierigen Wegpassagen bergab dar. Wochenende für Wochenenende suchen die Speerspitzer, wie sie sich selbst ironisch nennen, die Grenze des Fahrbaren. Georgy plädiert an dieser Stelle für die Erweiterung der Hofer'schen Singletrail Schwierigkeitsskala.
Und die Limits zu pushen macht süchtig: 2003 durchbrach Georgy die 100er Schallmauer. „2004 versuchte ich die 100 Freeride-Touren des Vorjahres zu wiederholen, doch neben dem Job spielte das Wetter nicht mit. Im Frühjahr lag der Schnee zu lange, und im Herbst kam er zu früh.“ 88 Touren sind, wie wir meinen, für eine Saison aber dennoch recht annehmbar, insbesondere wenn man „ganz nebenbei“ seinen Lebensunterhalt als Leiter von Großbaustellen verdient.
Neben dem „chirurgischen Herumgeschleiche“ (Zitat Jens H.), das Vertriding hin und wieder mit sich bringt, liebt Georgy vor allem BIG MOUNTAIN RIDING. „Ich muss immer lachen, wenn ich die Amiboys in der Wüste herumhüpfen sehe. Fetten Respekt vor den Luftständen. Aber wegen der lächerlichen 30 Sekunden Abfahrten dort bleibt denen wohl auch nichts anders übrig…“ Denn bei Abfahrten unter 1500 hm kriegt Georgy nicht mal ein Jucken in der Hose: „Den ganzen gottverdammten Tag einen BIG MOUNTAIN zu reiten ist das Größte!“ Das finden wir auch.
Der Service-Intervall
Georgy's Definition: Der Service-Intervall beschreibt die Zeit zwischen Erwerb eines Gegenstandes und dessen Eintritt in den Recycling Prozess.
Der allgemein als bedauernswert zu bezeichnende Zustand seines fahrbaren Untersatzes („koan Zeit zum Schraum, nur zum Foahrn", Georgy im O-Ton), treibt so manchen Werkstatt-Tiger die Tränen in die Augen. An alle Magazine da draußen, hier ist er, der ideale Dauertester. „Überaus beeindruckend“ findet Georgy, „wie langlebig das Material geworden ist. Hab das Jahr ohne gröbere Zwischenfälle überstanden“ – ohne Service, versteht sich. Anzumerken bleibt jedoch, dass die Schmerzgrenze Zwischenfälle als „grob“ zu bezeichnen, insbesondere bei diesem Vertrider, etwas höher liegt, als bei Durchschnittsbikern (Anm. VertriderChef: Aha, wir sind also Durchschnittsbiker, passt!)
Der
Boneshaker
oder:
„Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen“ (F. Malik)
Georgy hatte eine Vision. Er wollte dem NPT ein Geschenk machen, ein Monument. Es war einer dieser Abende beim Doc. Beim Doc wurde gedopt, wie so oft wurde die Sehkraft mit Mörchen optimiert. Und weil Bier nicht nur schön macht, sondern auch gescheit, präsentierte Georgy mit Stolz geschwellter Brust seine Vision der versammelten Speerspitze (alles selbsternannte Physiker). Stunden später war das Lachen verhallt. Ein am Boden zerstörter Mann verließ in den frühen Morgenstunden den Doc. Die Trägheit! Sein Monument: eine Lachnummer! Von den Visionen geheilt, war er dennoch nicht.
Pläne wurden geschmiedet, Skizzen angefertigt, sogar Spezialwerkzeug kam zum Einsatz. Der erneute Anlauf glückte, gemeinsam mit den Physikern konnte ein Konzept entwickelt werden, das aller technischer Kritik standhielt. So begab es sich, dass im Sommer 04 jener Gedanken realisiert wurde, der den Vertridern ein Denkmal setzte. Der Boneshaker.
Saalbach
Waterloo
oder:
Täglich grüßt das Murmeltier.
Der Ruf als trinkfester Partyboy war hart erarbeitet, und dann das. Seine größte Niederlage bei der legendären Goaßstall Session in Saalbach '04, wo ihm niemand geringerer als Monsieur Cedric Cracia (mit Klassen, Berrecloth und Dangerous Dan im Gefolge) am Abend vor (!!!) dessen beeindrucken Sieg beim Slope-Style Contest das Fürchten lehrte. Georgy landete unterm Tisch und Cedric auf dem Siegerpodest. Georgy's schwärzester Tag und bis heute sitzt der Schmerz tief.
Legendäre Videoauftritte hat Georgy auf allen drei Vertrider Videos, die in der Multimedia Sektion downzuloaden sind, und hunderte Fotos von ihm schlummern in den Archiven des VertriderChefs. Vorab gibt’s an dieser Stelle die schönsten Bilder von einem wunderbaren Herbsttrip über den Dächern Innsbrucks. Viele weitere Bilder mit Georgy sind übrigens auch auf den Opening Fotos vom NPT zu finden.
Also checkt Georgy's persönliche Fotoseite auf Vertriders.com.
Ride on
Christoph Malin
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