Adventures after Dark

Liebe Freunde,

der Winter ist da, und die Landschaft mit weissem Fluff bedeckt. Zeit also die Tourenski rauszuziehen und auch mal auf die Berge zu kraxeln.

Dazu ein neues Video - Adventures after Dark! Gefilmt im Vertrider Lieblingsgebiet Nordkette Innsbruck, mit dabei die Vaude Rider Sylvia, Gerhard und Christof.

Adventures after dark from Christoph Malin on Vimeo.



Natürlich werden wir auch wieder auf Rodelbahnen ausrücken! Dazu sei dieser Vertrider Film Klassiker ans Herz gelegt!

Vertriders - Blair Bike Project 2004 from Christoph Malin on Vimeo.



Wir wünschen euch auf jeden Fall frohe Weihnachten, ein besinnliches Fest und einen guten RUTSCH!

Viele Grüsse
Christoph Malin

Urban. Mountain. Sky. - die ganz spezielle Vertrider Nightride Version!

Die Faszination Nightriding ist ungebrochen!! Speziell im Herbst wenn es früh dunkel wird, bieten sich die Late Fridays am Nordketten Singletrail an - bis 20:00 den Trail rocken, im Licht der Helmlampe.

Als Lowlight Zeitrafferfilm-Spezialist für Web und TV-Dokumentarfilme sowie Kinofilmproduktionen*, konnte ich kürzlich für die Stadt Innsbruck einen wunderschönen Zeitraffer-Imagefilm produzieren: Urban. Mountain. Sky.

Nun gibt es jetzt mit der UMS Vertriders Edition die Vertriders-Variante mit neuem Singletrail-Intro, gefilmt bei Vollmond mit Nikons neuem Nachtsichtgerät, der D4, auf dem Nordketten Singletrail!



Die Dreharbeiten bei der Innsbrucker 3er Stütze waren mehr als spannend.

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Eines der momentan typisch unangenehmen und vor allem sehr gefährlichen Sommergewitter musste im Auto abgewettert werden! Man sollte sich bei Gewittern möglichst nicht im Bereich von Liftstützen und Seilbahninfrastruktur aufhalten. Bzzzzzz!

Erst nach Durchzug der Gewitterfront ab 01:00 Nachts endlich der gewünschte klare Nachthimmel. Der Singletrail war dann auch - typisch nach Regenfällen - schön griffig, bis auf die immer noch feuchten Nortshores. Spannend zu fahren mit einer 7500 € Kamera und Linse am Sitzrohr angeflanscht. Ein "Abgang" über den Lenker ist da nicht angesagt.

Das Ausharren hat sich also gelohnt, bedeutete aber insgesamt eine enorme Verzögerung - und Filmerei bis um 04:00 früh, dann erst heim ins Bettchen.

Sehr anstrengend. Man merkt es mir ein wenig beim Intro an, das um ca 03:45 früh zum Abschluss entstand… Ich glaub' ich hab schon frischer in eine Kamera geschaut :)

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Jetzt aber viel Spass mit dem U.M.S Nordketten Singletrail Special Director's Cut" ;) und weiterhin eine gute Saison!

Christoph Malin
Vertriders.com

Die Single Trail Skala - im Wandel der Zeit

Viele Monde ist es her - genau gesagt - Zwölf (!) Jahre, seit Ur-Vertrider Willi Hofer die Hofer-Skala entwickelt hat. Eine 5-Teilige Skala zur Bewertung von Singletrails. Sie hat uns das Leben auf Tour und die Kommunikation unserer Touren unter Freunden einfacher gemacht. Wenn Dir eine Kollege sagt: "Tour XY ist im grossen und ganzen eine S2 Tour mit vier bis fünf S4 Stellen", dann weiss man einfach schon mal gut Bescheid.

Die Hofer Skala, ist wie auch die später daraus weiter entwickelte deutsche Single-Trail-Skala eine Skala, die vieles verändert und bewegt hat - und uns Vertrider auch heute noch auf Tour begleitet. Was gibt es schöneres, als im Tourenarchiv mal nach S3 oder S4 Touren zu sortieren ;)

12 Jahre übrigens, in denen vor allem die Deutschen Bike-Magazine - aus nicht nachvollziehbaren Gründen - beide Skalen in deren Tourenbeschreibungen permanent ignorieren. Fachkompetenz schaut wie so oft in der Praxis anders aus, zB so wie in den Mountainbike Kursen des Deutschen Alpenvereins, der DIMB, der Südtiroler Bikegudes oder den Übungsleiter Mountainbike Kursen des Österreichischen Alpenvereins - da gehört die SingleTrail-Skala wie auch die Hofer-Skala seit Jahren zum Lehrplan und zum guten Ton. Und das ist gut so.

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Wir freuen uns jedenfalls schon wieder auf die nächste Tour, vielleicht wird es ja eine S3 Tour mit ein paar S5 Stellen, wer weiss ;). Dies, eine Gallery mit vielen schönen S4 und S5 Shots und vieles mehr, in einem kurzen Abriss zur Hofer Skala.

Viele Grüsse
Christoph Malin

Noch Plaetze frei fuer die mc2alpin / Vertrider Big Mountain Week auf La Palma!

Cheers!
Komm mit uns im April zur legendären 7. Big Mountain Week auf La Palma... Keine Angst, gar nicht extrem, sondern auf den flowigsten Touren, die die schönste Singletrail Insel der Welt zu bieten hat. Für kurzentschlossene, gute Enduro und Allmountain-Biker sind noch Plätze an den beiden Terminen vom 10.-17. und 17.-24. April frei.

Wer punktgenau fit in die Saison starten und ganz viel Sonne, Natur und trockene Trails geniessen will - bei der BM Week klappt es garantiert!
Detaillierte Programminfos hier.

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Den Flyer zu BM Week gibt es hier zum download: 060212_mc2alpin_lapalma_web_xs

Preisinfos und Buchung
bei unserem Alpin-Reisebüro-Partner mc2alpin.at hier

Euch allen weiterhin eine gute Zeit und hoffen wir dass der Schnee bald schmilzt. Hier in den Alpen liegt noch mehr als genügend.
Ride on,
Christoph Malin
Vertriders.com

Ueber die Lust am Panorama - ein kleiner Ratgeber

Axel hat es beim "Rund-um-Blick" schon angedeutet...

Moderne Smartphones wie das iPhone oder die Vielzahl der Androiden sind durch Panorama-Programme / Stitching Assistenten zu perfekten Drive-by-Panorama Geräten geworden. Und: Sie sind einfach immer dabei.

Clevere Apps wie der Klassiker "Pano" fürs iPhone erlauben in wenigen Schritten schnell durchaus ansehnliche Panoramas zu stitchen, und in weiterer Folge damit die (Social) Media Channels zu feeden. Oder die im-Tal-gebliebenen zu ärgern. Nichts sekiert die armen Bürokollegen mehr, als im Zeitausgleich ein frisches Panorama vom soeben errungenen Gipfelsieg zu senden. Damit macht man sich Freunde. Lustig ist auch das "Ratespiel: Hhm, auf welchem Gipfel steht ich denn heute, Herr Kollege?" Recherchekönige machen sich einen Spass daraus, mit etwas Geduld und Bergwissen von einem Panorama über einen Vergleich mit Google Earth herauszufinden, wo, und in welche Blickrichtung es aufgenommen wurde.

Ein angenehmer Nebeneffekt moderner Smartphones mit Geotagging: Am Ende der Saison sieht man auf der Google-Weltkarte mit roten Stecknadeln sehr schnell wo man überall Panoramafotos aufgenommen hat (iPhone).

Das Panorama - die moderne Postkarte



Mit soviel Spass bei Erstellung und Betrachtung fällt es auch nicht weiters ins Gewicht, dass alle Smartphone Panorama Apps die native Auflösung der bordeigenen Kameras zwar fürs Stitching nutzen, aber nicht für die Ausgabe. Wer also mit einem aktuellen iPhone mit 8 MP Kamera bei 4 Einzelbildern auf ein 32 MB Panorama hofft, wird enttäuscht.

Smartphone-Panoramas werden - durch den begrenzten Speicher der mobilen Geräte - für die Ausgabe und lokale Speicherung leider stark verkleinert. So dampft zB Pano drei iPhone4 Querformat Einzelbilder in seinen Quer- oder Hochformatpanoramas auf durchschnittlich 800 bis 870 Pixel Höhe (je nach Beschneidung) und rund 3100 Pixel Breite bei 72dpi aus. Das ist nicht sonderlich viel, aber fürs Web und kleine Prints reicht es allemal.

Was gibt es zu beachten?

Wer mit aktuellen Smartphones feine Berg-Panoramas schiessen will, sollte ein paar einfache Tipps beherzigen - dann steht einem Erfolgserlebnis nichts im Wege:

- Sonne im Rücken

Smartphone Kameras sind mit Gegenlicht meist schwerst überfordert - helle Bereiche "fransen" aus. Daher besser die Sonne im Rücken! Ausnahmen sind Sonnenunter- oder Aufgänge, wo die Sonne durch den niedrigen Winkel am Horizont noch stark abgeschwächt ist. Dennoch ist mit Linsenreflexen oder unschönen sonstigen Effekten zu rechnen.

- Frühes oder spätes Licht

Nie um die Mittagszeit Panoramas schiessen. Das Licht ist grell, und die Landschaft hat kaum Schattenzeichnung - die ihr Tiefe und Räumlichkeit geben. Deshalb entweder in der Früh, oder am späten Nachmittag bis in den Abend hinein das schöne Licht nutzen. Feinste Jahreszeit ist der Herbst, wo man fast den ganzen Tag über ein weiches Licht, viel blauen Himmel und lange Schatten geniessen kann.

- Kamera immer schön waagerecht halten, Horizont nicht kippen

Stitching Programme wie "Pano" erlauben jederzeit einen Überblick über das gerade gemachte Foto und das nächste. So sieht man gut, ob man zwischen zwei Aufnahmen aus Versehen den Horizont kippt, weil man die Kamera schief hält.

- Panorama fertig und Horizont schief?

Geht gar nicht. Besser noch ein mal neu machen - es gibt nichts unansehnlicheres als ein Panorama, bei dem der Horizont gebogen oder schief ist. Tipp: Im Notfall später mit Adobe Photoshop und der Funktion "Transformationen -> Distortion" korrigieren.

- Verwackeln, nein danke!

Wer öfter zu später Stunde bei Sonnenuntergang noch Panoramas schiesst, sollte sich ein Ministativ für das Smartphone anschaffen, damit die Aufnahmen nicht verwackeln.

Und die Profis?

Panorama-Stitching ist im Profibereich ein Fass ohne Boden, Zeit und Rechenaufwändig, die Möglichkeiten sind endlos - die Datenmengen aber auch. Anders als Smartphone Apps arbeiten Klassiker wie AutoPano Pro oder PTGui mit nativer Auflösung aktueller DSLRs und deren Ausgabeformate wie JPG, RAW usw. Dabei entstehen schnell mal Pixelmonster mit 300 MB oder mehr Grösse (Gigapixel-Panoramen), und selbst aktuelle Quadcore Maschinen sind bei der Dekodierung und beim Stitching derselben nach wie vor gut gefordert. Ganz zu schweigen von VR-Panoramas (ebenfalls zB mit Autopano oder PTGui zu erstellen), wo über Robotergestütztes oder manuelles Mosaik-Stitching mit 13 oder mehr Kacheln zumeist sphärische Panoramen entstehen, in denen sich der Betrachter per Flash-Viewer drehen, oder nach oben und unten schauen kann.

In diesem Sinne - ein gutes Jahr 2012 und viel Spass beim 360 Grad Rundumblick!
Christoph Malin
Vertriders.com

PS: Pano Nerds oder solche die es im Alpin-Bereich noch werden wollen, sei die Seite Alpen-Panoramen.de nahegelegt, über 11000 Bergpanoramas, mit umfangreichen Gipfelbeschriftungen und einer interaktiven Panoramaverlinkung warten auf euch! Top für die Recherche und neue Projektideen ;)

A guat's Neues

Vertriders.com wünscht allen Lesern, Gleichgesinnten, Kollegen, Freunden, Unterstützern, Sponsoren und Fans ein wunderbares neues Jahr!

Mögen alle eure Wünsche in Erfüllung gehen...! Wir schleifen derweil unsere Kanten, und hauen uns die eine oder andere Scharte in unsere Tourenski!

Bilder von der sehr gemütlichen, wenn auch windfrischen Neujahrsskitour zur
Glungezerhütte...




The night is on...

Alleine unterwegs - Konzentration pur. Nur keine Fehler.

Zwischendurch Selbstauslöser.

Die Sterne funkeln am Himmel, im Inntal pulsiert das Lichtermeer.

Glitzernder Raureif bedeckt den Trail, das Bike und alles dazwischen. Schnee knirscht unter den Reifen.

Eisig kalt schneiden die Bremshebel in die Hände. Dämpfer und Gabel werden langsamer, das Öl zäh.

Nighttime. Go, ride and feel alive.




Viele Grüsse
Christoph

Fahrbericht Liteville 601 / Fox Talas 180 vs Totem SA



Tag 1. Erstmal vorab: Einen Prototypen von meinem Sponsor Liteville zu testen und Feedback zu liefern, das ist für mich auch nach bald 20 Jahren im Bike Business immer noch etwas besonderes. Man versucht erstmal den Hype zu ignorieren, die ersten Berichte aus Magazinen im Kopf wieder zu löschen und sich dem Produkt - das zu diesem Zeitpunkt eine Momentaufnahme und Statement zugleich ist - neutral und von Null weg zu nähern. Die vielen Liteville-typischen Details (überraschend viele neue, und einige die man auch vom 901 und 301 kennt) sowie die neue 180er Fox Talas die im Rahmen steckt, konnte ich schon beim Zusammenbau in der Werkstatt beäugen.



Einen langen Tag später (nicht immer flutscht bei der Bike Assemblierung alles so wie man sich das vorstellt, und nicht immer sind alle Teile lagernd wie zB
E2-Totems) stehen Fotograf und Videofilmer Vincent und ich auf der Terasse der Innsbrucker Seegrube, und unten in der Stadt gehen die Lichter an. Ein mir als altem Nightrider sehr vertrauter Anblick, und ich weiss was jetzt kommt. Eine intensive Testerfahrung.

In der Dunkelheit - wenn alle Störfaktoren rundherum ausgeschaltet sind - und alles was man sieht der Trail im Scheinwerferlicht voraus ist, spürt man ein Bike am intensivsten.

Wenn sich die Dunkelheit wie Watte über die überreizten Sinnes-Sensoren legt, das Umgebungsrauschen im Schwarz ausserhalb des Schweinwerferkegels absäuft, reduziert der so gefilterte Signalpegel alle Tätigkeiten auf das wesentliche: Treten, Bremsen, Schalten, Lenken, Gewicht verlagern, Treten, Bremsen - so bleibt mehr Bitrate übrig zu registrieren was das Bike unter einem tut, und was nicht. Wie es sich an der immer noch beängstigenden Steilstufe verhält, an der Du schon X-mal einem Abflug knapp entgangen bist, wie es die rutschige Serpentine nimmt, wo Dir meist das Vorderrad wegwäscht, ob der Hinterbau in dem einen bekackten Steinwaschbrett auf Block geht. Oder ob das Wurzelstakkato ganz unten damit etwas weniger weh tut?

Wie Präzisionsmaschinen arbeiten wir uns ohne viel Worte den Trail hinunter und wechseln ab und zu die Bikes (Vincent fährt mein 301 mit 160 mm und Totem). Die Nacht macht konzentriert. Dazwischen immer mal wieder ein kurzer Stopp, um Dämpfer und Gabel zu adjustieren, bis sich das Optimum langsam ankündigt.

1030 HM weiter unten rolle ich am menschenleeren Parkplatz gestoked aus. Ich bin gefühlt nicht langsamer gewesen als mit meinem
901-DH-Rig, wie geil ist das denn? Und satt wie ein 901er klebt das neue Wunderwerk am Trail, ist dabei jedoch in den engeren Sektionen deutlich agiler und wendiger ohne Abstriche bei der Federungsperformance oder der Stabilität in den schnellsten und übelsten Passagen des Nordketten Singletrails.

Dabei ist das 601 übrigens flüsterleise: Durch den neuen Syntace Kettenspanner beinahe und ungewohnt geräuschlos. Wir lassen es gut sein (oder doch nicht), und fahren nach Hause. Dort tauschen wir noch die 180er Fox TALAS gegen eine Totem Solo Air.
Eine Absenkung braucht das bergauf sehr nickstabile 601 wie auch das 901 oder 301 nach unserem dafürhalten nicht wirklich...

An dieser Stelle nach 1080 Hm NKST ein paar Worte zum schön gemachten Newcomer
Fox Talas 180: Das Fox Flagschiff scheint - wohl aufgrund des sensationellen Gewichts (unseres Exemplars) von 2380 g bei 190 mm Schaftlänge inkl. Achse - im Vergleich zur alten 36 in Punkto Seitensteifigkeit doch ein klein wenig flexibler geraten, da war der Vorgänger deutlich präziser zu steuern. In den vielen steilen Bergabserpentinen des NKST die man nach der 200. Fahrt / Saison stoisch mit vollem Druck am Lenker runterzieht, fühlte sich die grosse Fox stark eingelenkt manchmal ein wenig an, als ob man ein weich eingespeichtes Vorderrad oder zuwenig Luft im Reifen hätte. In diesem steilen Gelände in und beim Anbremsen von Steilserpentinen und Steilstufen sind die Kräfte immens, die auf den Gabeln lasten - jeder mm Flex mehr den eine Gabel aufweist, ist sofort spürbar.



Dieses spürbare Verwinden der Fox brachte bei hohem Tempo und viel Druck die eine oder andere Linien-Korrektur mit sich, kann aber auch durchaus positiv gewertet werden. Man kennt das: auf Geröll rutscht das Vorderrad kurz weg und bekommt dann wieder Grip, oder hakelt sich kurz an einem Stein oder Wurzel fest um dann aprupt wieder frei zu kommen, am besten noch in einer Kurve bei viel Druck am Lenker und Tempo. Die 180er Talas entschärft derartige Querschläge sanft, Rivale RockShox' Totem schnappt (sogar in der verwendeten 1-1/8" Version mit Reducer) aufgrund der schieren Steifigkeit böse zurück. Diese gefürchteten "Zurückschnapper" haben mir heuer - besonders wenn ich nach ein paar Abfahrten müde wurde - den einen oder anderen Freiflug über den Lenker beschert...

Worin - neben dem grösseren Federweg und längeren Hebel - die geringere Steifigkeit der neuen Fox begründet ist, kann nur vermutet werden, und dürfte vermutlich den Standrohren und der Krone zuzuschreiben sein, in geringem Ausmass vielleicht auch der Achsklemmung (die nostalgische Erinnerungen an die Psylo mit Tullio weckt!).

Auf der Dämpfungsseite ist Fox' Neue sehr souverän zu fahren, egal ob sich wieder einmal paar Straussenei-grosse Kalksteinwacker in den Singletrail verirrt haben, oder die 3er Stützen Stufen heute besonders ausgewaschen hoch sind. Die 36-Dämpfung lässt sich am Trail von nichts aus der Ruhe bringen, und taucht vor allem in Steilstufen nur dezent weg. Jedoch hat RockShox mit Mission Control DH deutlich aufgeholt, es herrscht beinahe Gleichstand. Der Fox Sensibilitäts-Vorsprung der vergangenen Jahre ist nicht mehr so gross.

Fazit: Steifigkeitssieger ist nach wie vor die Totem, und was die Mission Control Dämpfung betrifft ist der Abstand zu Fox stark geschmolzen, wenn nicht sogar eliminiert. Die neue Fox Talas 180 ist definitiv eine beeindruckende Gabel. Schwächen in der Steifigkeit können je nach Gewicht des Fahrers, Einsatzgebiet mehr oder weniger deutlich spürbar werden - aber auch hier bleibt es Geschmackssache inwieweit dies als störend empfunden wird.

Tag 2. Nach diesem arbeitsintensiven Oktober tut es gut, noch einmal den spätherbstlichen Nordkette Singletrail (NKST) zu rocken, der sich zudem in extrem griffigem Zustand präsentiert. Kein Vergleich zu den unglaublich rutschigen Rollschotter Sessions des Herbstes, und genau richtig dem 601 erneut auf den Zahn zu fühlen - auf einem Trail den man beinahe auswendig weiss.



Wir kennen jede der über 60 Kehren, jede Stufe, jeden Sprung, jeden G-Out und jede Wurzel auswendig und so finden wir schnell zu einem ersten Eindruck des neuen Materials. Mittlerweile ist Teamfahrer
Christof Pfeifer zu uns gestossen. Er hat - trotz verletzter Schulter heuer bei der ÖM am Nordpark den 4. Platz in der Masters-Klasse geschafft, versägt uns wie immer ordentlich und gönnt dem 601 viel Airtime auf dem Weg ins Tal.



So wie es ausschaut hat er viel Spass damit, und langsamer als mit seinem 901 ist er auch nicht. "Wow. Schnell, leicht, agil", kurze und knappe Verabschiedung, der Familienvater hat heute noch Elternsprechtag. Es dämmert, Vincent und ich schwingen uns zur letzten Fahrt des Tages, und es wird wieder ein Nightride.



Unser Kurz-Fazit nach 4200 Tiefen- und ein paar Höhenmetern: Wer auf der Suche nach einer aussergewöhnlichen Longtravel-Allzweckwaffe ist, hat dieses Jahr am Markt viel Auswahl, und Liteville ist mit dem 601, so viel kann jetzt schon gesagt werden, definitiv ganz vorne dabei. Gewicht wie ein Tourenbike, die Fahreigenschaften eines agilen Enduros bzw. leichten Freeriders und bergab die Sicherheit eines Downhillers. Anders herum: Leicht, agil, komfortabel, stabil, schauschnell, präzise - das beste vom 301 und 901 in einer neuen,
bergauf und bergab schon jetzt sehr runden Package.

Gefällt.

Jetzt heisst es erst mal noch ordentlich Höhenmeter sammeln gehen - bei
Eis und Schnee aber dann auch auf La Palma.

Herzliche Grüsse
Christoph Malin

PS: Wegen der Nachfragen... Über Geometrie Daten usw dieses Prototypen können wir leider nichts sagen, da das 601 bis zum Produktionsstart sicherlich noch der einen oder anderen Änderung im Detail unterworfen ist. Das wäre im Moment wie Kaffeesud lesen. Bitte um Verständnis.

Red Bull Rampage - we survived!

Ich war anlässlich eines Fotoshootings/Roadtrips bei der RED BULL RAMPAGE, und die Bike hat in der aktuellen Ausgabe 11/2010 einen Artikel darüber gebracht.



Nun sind schon bald zwei Wochen seit der Rückkehr von des Planeten wildesten Mountainbike Events vergangen, und noch immer rieselt ab und zu roter Wüstensand des Zion Nationalparks in Virgin, Utah, aus meinen Objektiven, Schuhen, Fotorucksack, Socken, Hosentaschen, Jackenkapuzen, Handschuhen und weiss Gott noch woher sonst. RED PLANET!

Was soll man zu diesem Event noch sagen, was nicht schon in den letzten Wochen auf
nsmb.com, frontlinemag.net um nur einige zu nennen, geschrieben worden wäre.

Nun vielleicht, dass die Rampääääääge zum Fotografieren eine der ärgsten Herausforderungen war, die ich je bestritten habe. Zusammen mit ca. 90 anderen Fotografen - darunter der grossartigen Crew von RedBullPhotofiles - und Kamerateams habe ich mich zwei Tage lang rennend, schwitzend, rutschend, fluchend, dürstend, flüchtend (vor Gewittern), kletternd in Utahs Sandfelsen hoch- und runtergekämpft. Immer auf der Hut vor Klapperschlangen und sonstigem Getier das man hierzulande nur vom Fernsehen kennt.

Nur um dann auch mal an der falschen Stelle zu stehen, wenn ein Fahrer gerade eine andere Line fuhr, als die Walkie-Talkies der Camera-Crews durchgegeben hatten, oder ein Blick auf die Starterliste ergab. Fu.... und mal eben wieder schnell 100 HM hochrennen bevor es zu spät war.

Jedenfalls: Die Rampage (wird in Utah so ausgesprochen: "Rämpääääääääääidsch") ist ein Event den man so schnell nicht mehr vergisst. Vor allem auch die vielen netten Begegnungen mit Fahrern die man kennt erfreuten. Spitze auch das sehr kollegiale Verhältnis der Athleten untereinander...!

Und hier einen kleinen Überblick...

Im Auto von Darren - er fährt so Auto wie er bikt!^

Viel Spass
Christoph Malin

Mountain BIKE Testival Latsch - der Sonnenberg und die Downhiller, eine Gleichung die nicht aufgeht...

Manchmal gibt es Festivals, die sind zwar schön gemacht. Die Stimmung ist gut, die Leute an den Messestandln und am Gelände gut drauf. Doch dann fährt man während des Testivals auf den Trails rundherum, und kann sich letztlich nur noch an den Kopf greifen wie sich manche Festival Besucher aufführen. Big Fail!

Aber ich bin ja selbst schuld... War ich doch so blauäugig nach der wunderbaren
Trailtrophy in Latsch zum Festival noch mit meinem 301 Enduro ein wenig Trailkultur geniessen zu wollen... Gemütlich Trailsurfen, und ab und zu ein Schwätzchen unter Gleichgesinnten am Trail. Fehlanzeige. Wie wahr klangen nun die Worte eines Freundes im Vorfeld: "Pah, beim Mountainbike Festival brauchsch da unten net biken gehen, kannsch s' Radl gleich daheim lassen. Die meischten Trails sind überfüllt, und leider viele Koffer am Weg die net wissen wia sich benehmen".

Wie wahr. Leider. Ich stehe mit Kollege Foltz, Urgestein der Deutschen Alpencrosser, Fahrtechnik Lehrer der Mountainbike Academy an einer S3-Haarnadelkurve am Weg Nr. 6, um ein paar nette Herbstshots mit nach Hause zu nehmen.


Nicht nur an dieser Passage sollte man in Latsch sein Tempo anpassen und auf Wanderer achten...

Da bebt die Erde, und von oben kommt eine Gruppe mit ca. 12 Bikern, Downhiller, Freerider und Enduro Fahrer mit Mach 3 dahergebrettert. Gestresste Gesichter hinter dem Lenker. Abstände zwischen den Fahrern ca. 3-4 m. An diesem Weg, an dieser Stelle komplett sinnlos und gefährlich. Wir können die ersten Fahrer gerade noch mit Rufen und Handzeichen einbremsen und ducken uns an die Mauer, bevor gröberer Unfug passiert. Man stelle sich vor: Links Mauer, 1 m Weg, Rechts Kante, dahinter 2-3 m Fallinie, bei Sturz Aufschlag auf Weg. Wer hier abgeht tut sich richtig weh.

Blockierende Reifen, ärgerliche Gesichter der Fahrer. Wer sind wir, dass wir sie hier einbremsen? Dabei wären die Fahrer in der Serpentine nacheinander eindetoniert, quasi eine Supernova aus sich komplett überschätzenden, das Terrain völlig unterschätzenden Komikern, möglicherweise einem mittelschweren Sturz gerade noch einmal entronnen. Ganz zu schweigen davon, wäre gerade ein Wanderer hochgestiegen. Bremsweg zu lang, schwerer Unfall durch Kollision vorprogrammiert.

Aber was dann folgt erstaunt Philipp und mich gleichermassen: Nur zwei der 12 Fahrer sind in der Lage die Serpentine zu fahren, der Rest trägt sein Rad durch - aber natürlich volles Karacho zuerst drauf zu fahren, versteht sich. Hallo?? Ob manchen Bikern nichts zu peinlich ist?

Der Staub legt sich, und wir fotografieren weiter. Nach dem nächsten Seilbahntransport wiederholt sich das Schauspiel, diesmal ist das Tempo der ersten Biker die auf uns zuschiessen noch rasanter, und der zweite kracht dem ersten fast noch in der Serpentine ins Bike - das der wieder durch die Kurve trägt. Philipp kann nur noch den Kopf schütteln. "Dir wird bei deinen Fahrtechnik-Seminaren die Arbeit die nächsten 10 Jahre sicher nicht ausgehen", kann ich nur trocken feststellen.

Wir bewegen uns eine Kehre weiter, nur um zu beobachten, wie eine Gruppe Biker die ersten beiden Serpentinen komplett auslässt. Um auf der Wiese, die ein Vinschgauer Bauer gerade eben mühsam frisch gedüngt hat, mit gezogener Hinterbremse Bremsspuren in den Steilhang zu furchen. So langsam aber sicher macht sich bei uns leichtes Entsetzen und Frustration breit. Schaut so der typische Festivalbesucher aus? Wir hoffen es nicht. Falls ja, gute Nacht.

Nach dem Fotoshooting mache ich noch vor der Heimfahrt geschwind selber für mich einen Lauf am Weg Nr. 6, zum chillen und entspannen. Diesen und andere Wege in Latsch sind wir lange vor dem Festival seit Jahren im Herbst, Winter, Frühjahr gefahren, bei Trockenheit, bei Schnee, bei Eis - und hatten NIE ein Problem mit Wanderern oder Bauern (allerdings hatten wir die Wege auf Vertriders.com aus gutem Grund auch nie publiziert).

Immer hatten wir Zeit für ein Gespräch mit einem Einheimischen, Wanderer, oder für einen Kaffe und Kuchen bei der Jausenstation Ratschill. Damit die Leute, deren Alltag auf den Höfen hart genug ist, von unserer Tourenfahrerei mit Seilbahn auch noch etwas haben. Denn die Bauern sorgen für diese einzigartige Kulturlandschaft, die wir so gerne mit dem Bike geniessen. Ihnen gebührt unser voller Respekt, und dementsprechend umsichtig bewegten wir uns auf den Trails fort - denn wir sind auf ihnen zu Gast, sie "gehören" uns nicht.

Da ereilt mich auf halber Höhe ein Platten an einer der vielen Felsnasen. In der schönen Nachmittagssonne flicke ich den Schlauch, und ein sportliches Wandererehepaar bleibt auf ein Plauscherl stehen. Ja, sie gehen in der Woche gerne 2-3 mal Abends nach der Arbeit unter der Seilbahn hoch, um dann Knieschonend wieder abzufahren. Auf meine Frage wie das Testival gefällt, sind sie der Meinung dass die Region natürlich davon profitiere. Aber während der drei Tage könne man Wandern oder spazierengehen in der Umgebung ja leider eigentlich eher vergessen, zu gefährlich seien viele Biker am Weg. Er wäre mit seiner Frau an einer unübersichtlichen Stelle weiter unten schon mal fast über den Haufen gefahren worden.

Naja, nicht alle Biker sind so, versuche ich zu entgegnen, die meisten wüssten schon wie tun. Und wie die Faust aufs Auge hört man Kettengeklapper nahen, und wieder rast ein Trupp Biker (Downhiller, Endurofahrer) vorbei, ohne die Geschwindigkeit merklich zu drosseln. Gehetzte Gestalten im Festivalstress auf einem Weg, der KEINE permanent abgesperrte Downhillstrecke, sondern ein Steig ist, den viele Locals aus Latsch und den umliegenden Gemeinden das ganze Jahr über zur Erholung als Wanderweg nutzen.

Ich blicke die beiden Wanderer hilflos entschuldigend an. In diesem Moment ist einfach nur Fremdschämen angesagt - und ich - selbst leidenschaftlicher Downhiller, Freerider und Endurobiker seit bald 20 Jahren, bin zerknirscht. Wortlos ziehen die beiden Wanderer weiter den Berg hoch, und ich kann nur hoffen, dass sie keiner über den Haufen fährt. Denn angepasstes Tempo (Fahren auf Sicht) scheint heute nicht angesagt zu sein.

Der Himmel ist immer noch blau, aber meine Stimmung nun etwas verhagelt. Wenn wir alle - egal ob Downhiller, Endurofahrer, Tourenfahrer oder was auch immer - nicht bereit sind Verantwortung am Trail zu übernehmen, unser Hirn einzuschalten und vorausschauend zu fahren, dann liebe Freunde ist es nur gut so, dass die Seilbahn in St. Martin auch weiterhin für Biker gesperrt bleibt.

Das haben wir uns selbst eingebrockt.

Viele Grüsse
Christoph Malin

PS: Dem veranstaltenden Mountain BIKE Magazin dürfte es möglicherweise egal sein, was für einen nachhaltigen Schaden ein Teil seiner Besucher für das Image unseres Sports bewirkt. Beim Festival wird neben Touren-, und Allmountain über Enduro- und Freeride Bikes die ganze Bandbreite an Testmaterial für die Besucher bereitgestellt. Und es reicht schon ein aktuelles Long Travel Enduro um oben am Sonnenberg richtig Gas zu geben und sich selbst dabei zu überschätzen. Dazu braucht es keinen Downhiller mit Rüstung. Einheimischen wie den beiden Wanderern oder so manchem Bauern wird bei Tempobolzern die Galle hochkommen. Und das völlig berechtigt.

Kollateralschäden werden für den kurzfristigen Profit in Kauf genommen. Aber auch die vielen Stimmen im Tal oder der Region, die für unseren Sport sind - man denke an das engagierte Team um Martin Gruber - werden es dadurch nicht leichter haben. Vom Festival werden wir jedenfalls im Magazin nur wieder schöne Bilder sehen und lustige Texte lesen, wie toll es war.

Freunde, wie wäre es mal mit ein paar Artikeln über Trailkultur, wie man sich auf Trails richtig benimmt, wie man Trails
schonend fährt, wie man vorausschauend fährt? Dinge die eigentlich selbstverständlich sein sollten? Etwas was ich mir aber auch bei Freeride- und DH-Magazinen schon lange wünschen würde. Aber man darf ja die Hoffnung nie aufgeben.

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